Der Zweck rechtfertigt die Mittel – Oder nicht?

„Der Zweck heiligt die Mittel.“ Diesen Spruch hat wohl schon jeder einmal gehört. Aber woher kommt er eigentlich und was bedeutet er? Der Spruch wird Niccolò Machiavelli zugeschrieben. Machen wir also eine Zeitreise in das 15 Jh., in dem Niccolò Machiavelli lebte.

Machiavelli war ein italienischer Philosoph, Politiker und Schriftsteller, der 1468 in Florenz geboren wurde. Er gilt als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. Über die ersten Jahre seines Lebens ist leider nicht viel bekannt. Erst nachdem er 1498 als Politiker in die Dienste der Republik Florenz trat, gibt es Nachweise über sein Leben und Wirken. Nach der Rückkehr der Medici (der regierenden Familie) im Jahr 1512 musste er jedoch sein Amt niederlegen. Als Machiavelli keinen neuen Posten finden konnte, konzentrierte er sich auf das Schreiben.

Sein Buch „Der Fürst“ widmete er den Medicis. Machiavelli beschreibt darin das Verhalten der Mächtigen in der damaligen Zeit. Er stellt darin verschiedene Thesen zum Thema „Herrschen“ auf, die nur für Fürsten gelten. Machiavelli vertritt die Meinung, dass Herrscher, die erfolgreich oder mächtig sein wollten, alles hierfür Notwendige tun sollten, unabhängig von Recht und Moral (sog. Machiavellismus). Am geeignetsten seien aus Machiavellis Sicht Mittel, derentwegen die Untertanen den Herrscher lieben, aber auch gleichzeitig fürchten würden. Denn mit Mitgefühl gewinne man das Vertrauen der Menschen leichter als mit Grausamkeit. Mittel, die zu Hass führen würden, seien gefährlich, denn Hass könne zu Aufständen führen. Nach Machiavellis Ansicht sollte ein Fürst schlau wie ein Fuchs sein, um nicht in eine Falle zu tappen und wild wie ein Löwe, um seinen Gegnern Angst einzujagen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Zweck das Wichtigste ist, und nicht die Mittel, solange es dem Volk zugutekommt. Dieses Mal ist nicht „der Weg das Ziel“, sondern es kommt ganz allein auf das Ergebnis an. Um etwas Gutes zu erreichen, darf man auch etwas Schlechtes tun. Ob dies moralisch korrekt ist, darüber lässt sich streiten. Aus diesen Überlegungen entwickelte sich mit den Jahren das Sprichwort „Der Zweck rechtfertigt die Mittel“ bzw. „Der Zweck heiligt die Mittel“.

Bis heute hat sich das Sprichwort gehalten und nicht wenige Menschen handeln danach, ohne sich dies einzugestehen. Unsere aktuelle Situation ist dafür ein gutes Beispiel. Die Politiker schränken unsere Rechte in der jetzigen Coronakrise ein (z. B. Recht auf Versammlungsfreiheit), um uns vor dem Corona-Virus zu schützen.